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Joe Danger Touch Review: Finger-Stunt-Bike

Ein alter Bekannter aus dem PSN ist zu Besuch: Joe Danger ist auf iOS erschienen. Die Android-Version lässt wie gewohnt auf sich warten, vermutlich ist bei iOS einfach mehr Geld drin. Bereits am 11. Januar erschienen, ging Joe Danger Touch unter meinem Neujahrsradar hindurch, obwohl ich die Zeit mit der PSN-Variante sehr genoss.

Der Protagonist (wobei Protagonist schon fast zu viel gesagt wäre, es gibt ja weder eine Story noch eine Persönlichkeit zu Joe) bei diesem Arcade/Geschicklichkeits-Spiel nennt sich Joe Danger und ist soetwas wie der legendäre Evil Knievel. Mit seinem Stunt-Motorrad springt ihr über Rampen, fahrt durch Loops und erledigt dabei den gelegentlichen Backflip, Superman oder Wheelie.

Joe Danger Touch Das Spiel sieht überraschend gut auf dem iPhone 5 aus, das Rendering ist überaus glatt und die Framerate flüssig. Der Wiedererkennungswert der PSN-Version ist immens hoch, doch Joe Danger Touch ist kein Konsolenport.

Das soll nicht heißen, dass eure somatomotorische Rinde zu kurz kommt – ganz im Gegenteil.

Die universelle App öffnet sich den Limitationen eines Touchscreens, das Gameplay wurde mehr in Richtung Gaming-Snack in Arcadeform kalibriert. Das Original auf der PS3 bestach vor allem durch die Kombinationsmöglichkeiten der Fingerakrobatik und waghalsige Tricks mit unzähligen Rotationen, hier kommt es eher auf das geschickte Timing an. Das soll nicht heißen, dass eure somatomotorische Rinde zu kurz kommt – ganz im Gegenteil. Die Steuerung reagiert nicht mit sofortiger Wirkung, zumindest wenn ihr aus dem Stand springen wollt, ebenso ist eine Wheelie-Sprung-Trick-Wheelie-Sequenz nichts für Pfeifen.

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Hello Games Ltd (übrigens handelt es sich dabei um dasselbe Indie-Studio, das auch im Juni 2010 mit Joe Danger und später Joe Danger 2: The Movie die PS3 und Xbox 360 betörte) setzt hier nämlich eine ähnliche Mischung aus Taps, Swipes und Timing ein, die Rayman: Jungle Run zum Game of the Year der iOS-Spiele machte. Der Spieler wird gemütlich an die Spielmechanik herangeführt, zunächst springen wir nur zum rechten Zeitpunkt über Hindernisse. Hierfür gibt es bestimmte Target Zones, innerhalb derer es besonders viele Punkte für die hopsenden Mühen gibt. Wer hier seufzt und das Spiel bereits abschreibt, ist voreilig.

Joe-Danger-Touch-touchcore-18Zwar gelten an bestimmten Stellen des Spiels die iOS-typisch einschränkenden Regeln, jedoch schwingt gleichzeitig ein Gefühl der Bewegungsfreiheit mit. Der Spieler ist nicht gezwungen, stets nur an vordefinierten Stellen seine Handlungen auszuführen. Nach wenigen Levels geht es bereits mit Wheelies (Swipe links), Tricks (direktionaler Swipe in der Luft) und Ausweichmanövern (z.b. Ducken per Tap & Hold) zur Sache. Der Wheelie dient gleichzeitig als Beschleunigungsmaßnahme und hilft euch insbesondere bei Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Computergegner.

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Verteilt in den Leveln finden sich auch Münzen, die dem Freischalten neuer Charaktere dienen. Bonuslevel enthalten besonders viele von den kleinen Münzen und können nur mit bestimmten Charakteren gespielt werden, hier wird also eure Neugier geschürt und Ungeduld herausgefordert. Natürlich gibt es passende Coins auch im Shop der Entwickler. Größere goldene Münzen sind für den Fortschritt zwischen den Welten erforderlich, außerdem könnt ihr die Level “perfekt” bewältigen, was als drittes Kriterium hinzukommt (Timing).

Euer Spielstil bestimmt überdies die Punktzahl, die sich mit waghalsigen Tricks beeinflussen lässt. Hindernisse werden per Tap aus dem Weg entfernt und beziehen den zweiten Daumen (das Spiel lässt sich weitestgehend ambidextrös bedienen, der linke Daumen ist aufgrund der Sichtverhältnisse jedoch zu bevorzugen) mit ein. Außerdem könnt ihr á la Tony Hawk’s Pro Skater auch Buchstaben sammeln, diese werden ebenso per Tap nebenher abgecheckt.

Insgesamt 50 Level auf 10 “Touren” wollen erkundet werden, die 3 Hauptziele sind je nach Level variabel angelegt und schöpfen aus besagtem Pool der Möglichkeiten. Grafisch ist das Spiel ein absoluter mobiler Leckerbissen, wenn auch auf einige aufwendige Shader der Konsolenversionen verzichtet werden musste. Die quietschbunte Cartoon-Optik passt zum Charakter des Spiels, das ein charmantes Bild der Stunt-Welt zeichnet. Die Screenshots tun dem Spiel ein wenig Unrecht, auf einem pixeldichten Retina-Screen sieht es natürlich wesentlich glatter aus, fast als wäre Antialiasing im Spiel.

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Bei 2,69 € ist Joe Danger in der Touch-Ausführung nicht nur ein Schnäppchen, sondern auch ein absoluter Pflichtkauf. Wer die PSN/Xbox-Versionen kannte und mochte, wird begeistert sein und neue Seiten an dem Spiel entdecken.

Wer sie noch nicht kannte, kann sich thematisch auf ein originelles und charmantes Erlebnis einlassen, das in seiner Umsetzungsqualität nur wenige Vergleiche auf der Plattform findet. Die erste Version war wohl noch von Abstürzen auf dem iPad der 4. Generation geplagt, mittlerweile soll es jedoch auch dort einwandfrei in der Version 1.0.1 laufen.

Joe Danger Touch (iPhone/iPad – 92,2 MB)

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